Ein Embryo von guter Qualität, ein reibungsloser Transfer, die richtigen Hormone. Und zwei Wochen später ein negativer Test. Schon wieder.
Die Aufmerksamkeit richtet sich meist auf den Embryo. Ein Transfer hat aber zwei Seiten. Die andere ist die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) – der Ort, an dem sich der Embryo einnisten muss. Ist sie dünn, vernarbt oder spricht sie nicht auf die übliche Vorbereitung an, findet selbst der beste Embryo keinen Halt. Für diese Fälle setzen wir PRP ein.
PRP (plättchenreiches Plasma) ist ein Konzentrat aus Ihrem eigenen Blut. Wir nehmen eine kleine Menge Blut ab, trennen das Plasma in einer Zentrifuge ab und bringen es in die Gebärmutter ein.
Blutplättchen enthalten Wachstumsfaktoren, mit denen der Körper normalerweise die Heilung steuert. Ziel ist es, die Durchblutung der Schleimhaut und ihre Fähigkeit, einen Embryo aufzunehmen, zu fördern. Da das Material von Ihnen selbst stammt, besteht kein Risiko einer Abstoßung.
Wir setzen PRP nicht „zur Sicherheit“ ein. Wir ziehen es dann in Betracht, wenn die üblichen Verfahren nicht ausgereicht haben:
Ob PRP für Sie sinnvoll ist, entscheiden wir gemeinsam in einem Beratungsgespräch. Manchmal ist es nicht sinnvoll – und das sagen wir Ihnen dann auch.
Vielleicht haben Sie schon von einer „Verjüngung der Eierstöcke“ gehört. Diese Leistung bieten wir nicht an. Es fehlen Belege für ihre Wirksamkeit, der Eingriff ist invasiv, erfolgt in Narkose und ist teuer. Menschen, die bereits wiederholt enttäuscht wurden, möchten wir nur anbieten, was durch Daten gestützt ist.
Die Anwendung in der Gebärmutter ist etwas anderes. Sie erfolgt ohne Narkose, es gibt mehr Studien und deren Ergebnisse fallen positiver aus.
Studien beschreiben nach PRP eine dickere Schleimhaut und häufigere Schwangerschaften bei Frauen mit dünnem Endometrium und wiederholtem Implantationsversagen. Die Studien sind jedoch bisher klein und die Verfahren unterscheiden sich. Deshalb betrachten Fachgesellschaften PRP als ergänzende Methode.
PRP kann Ihre Chancen also erhöhen. Niemand kann Ihnen aber versprechen, dass es wirkt. Es verbessert weder die Qualität der Embryonen noch behebt es genetische Ursachen. Es ist eines von mehreren Werkzeugen, keine Lösung.
Es handelt sich um Ihr eigenes Blut, das Allergierisiko ist minimal. Gelegentlich tritt ein leichtes Ziehen im Unterbauch oder eine leichte Schmierblutung auf. Wie bei jedem Eingriff in der Gebärmutter besteht ein geringes Infektionsrisiko.
Wir führen PRP nicht durch bei einer akuten Entzündung im kleinen Becken, einer unbehandelten chronischen Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, einer Störung der Blutplättchen, der Einnahme von Medikamenten, die die Blutplättchen beeinflussen, oder bei einer aktiven Krebserkrankung. Wir besprechen alles im Voraus.
Der Preis beträgt 300 EUR und die PRP-Therapie ist in allen PRONATAL-Kliniken verfügbar.